Alle Kurzkritiken

Mike and Dave Need Wedding Dates

Kinostart: 01.09.2016 | Länge: 99 Min. | FSK: 12 | Genre: Komödie | Regie: Jake Szymanski | Land: USA

Zac Efron-Fans aufgepasst. Mit "Mike and Dave Need Wedding Dates" kommt wieder einmal eine typische Komödie des bei jüngeren Zuschauerinnen beliebten Darstellers in die Kinos. Darin ist Efron mal wieder als gutaussehender Partylöwe auf Frauenjagd zu sehen. Die hanebüchene Grundidee: Für die Hochzeit seiner Schwester soll sein Charakter Dave, gemeinsam mit seinem Bruder Mike, endlich ein vernünftiges Date mitbringen. Das absurde daran: Der Film basiert tatsächlich auf wahren Begebenheiten, denn diese Geschichte hat sich im Jahr 2013 tatsächlich ereignet. Als Film funktioniert die Handlung allerdings nur bedingt, denn die simple Grundidee wird komplett vorhersehbar und austauschbar fortgeführt. Als Komödie hat "Mike and Dave Need Wedding Dates" mit einem anderen bekannten Problem zu kämpfen. Die witzigsten Szenen waren mal wieder im Trailer verpackt. Viele der meist schmutzigen Witze gehen daher unter, dennoch gibt es einige Szenen in denen ich lachen musste. Die Schauspieler sind nicht außergewöhnlich gut, liefern aber eine in diesem Genre solide Leistung ab, was vor allem für Zac Efron und Aubrey Plaza gilt. Anna Kendrick und Adam DeVine können manchmal jedoch etwas nerven. "Mike and Dave Need Wedding Dates" ist eine 08/15-Komödie an der wohl nur Fans von Zac Efron großen Gefallen finden werden. 

Wertung: 4/10

Poster: © 20th Century Fox



Bad Moms

Kinostart: 22.09.2016 | Länge: 101 Min. | FSK: 12 | Genre: Komödie | Regie: Scott Moore, Jon Lucas | Land: USA

Die beiden "Hangover"-Drehbuchautoren Scott Moore und Jon Lucas knüpfen sich in ihrem neuen Film den Alltag von Müttern vor, der geprägt ist von etlichen Schwierigkeiten und dem Wunsch eine bessere Mutter als alle anderen zu sein. In "Bad Moms" beschließen drei vom Alltag genervte Mütter damit Schluss zu machen und es sich stattdessen richtig gut gehen zu lassen und die Sau rauszulassen. Diese Grundidee wird jedoch auf die uninteressanteste Weise erzählt und verläuft komplett nach Schema F. Heraus kommt eine Komödie die an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist und nur gelegentlich zum Schmunzeln animiert. Viel zu wenig für eine reine Komödie. Zumal der derbe und schmutzige Humor, sowie die übertriebenen Partyszenen, den Film zu einer unsäglichen Möchtegern-Krawall-Komödie machen. Untermalt wird das konfuse Treiben durch einen fürchterlichen Soundtrack, den man wohl wahllos aus den Charts zusammengestellt hat. Auch schauspielerisch bleiben die Leistung limitiert. Mila Kunis legt eine einigermaßen sympatische Vorstellung ab und Christina Applegate kann als Übermutter auch noch ein wenig überzeugen. Die Auftritte von Jada Pinkett Smith, Kristen Bell, Kathryn Hahn und allen anderen fallen jedoch unsäglich nervig aus. So ist "Bad Moms" am Ende ein ganz übles Machwerk und eine peinliche Komödie vom Reißbrett.

Wertung: 2/10

Poster: © Tobis



Die glorreichen Sieben

Kinostart: 22.09.2016 | Länge: 101 Min. | FSK: 12 | Genre: Komödie | Regie: Scott Moore, Jon Lucas | Land: USA

Remake-Wahnsinn in Hollywood, nächster Teil: Antoine Fuquas "Die glorreichen Sieben" ist ein Remake von John Sturges' gleichnamigen Klassiker aus dem Jahr 1960, welcher wiederum auf Akira Kurosawas Samurai-Epos „Die Sieben Samurai“ (1954) basiert. Das Grundgerüst der Handlung um ein überfallenes Dorf und seine gepeinigten Bewohner bleibt gleich, der "The Equalizer"-Regisseur setzt bei der Zusammenstellung der Sieben jedoch auf jede Menge Diversität. Hauptsächlich stehen jedoch die beiden Top-Stars Denzel Washington und Chris Pratt im Vordergrund, die mit ihrer Star-Power auch gut zu unterhalten wissen. Die Story hingegen ist altbekannt und kann deshalb nur für wenig Spannung sorgen, zumal die Handlung selbst für jene die die beiden Originale nicht gesehen habe, leicht vorherzusehen ist. Das nimmt der unterhaltsamen Kombination aus Stars, Kugeln und Humor etwas von seiner Faszination. Die inhaltlichen Schwächen versucht Fuqua mit vielen ausladenden Actionszenen wieder wett zu machen. Gerade der Endkampf dauert knapp 30 Minuten und ist ein einziges Meer aus Explosionen und Kugelhagel. Audiovisuell macht der 95 Millionen Dollar teure Western ordentlich was her, da er die Qualitäten eines hochwertigen Blockbusters mit sich bringt. So ist "Die glorreichen Sieben" am Ende eine moderne Neuauflage der beiden Klassiker geworden, die gut in die heutige Zeit passt und unterhält, den Zuschauer allerdings auch nicht vor Begeisterung aus dem Kinosessel reißt. 

Wertung: 6/10

Poster: © Sony



Tschick

Kinostart: 15.09.2016 | Länge: 93 Min. | FSK: 12 | Genre: Komödie, Drama | Regie: Fatih Akin | Land: DE

Der deutsch-türkische Regisseur und Drehbuchautor Fatih Akin adaptiert mit "Tschick" den gleichnamigen Roman, den der deutsche Autor Wolfgang Herrndorf 2010 veröffentlichte. Darin brechen zwei Außenseiter zu einem abenteuerlichen Roadtrip auf. Der 14-jährige Maik Klingenberg (Tristan Göbel) hat keine Freunde, seine Mutter ist Alkoholsüchtig und sein Vater unterhält eine Affäre. Maiks Alltag ist somit ziemlich langweilig, bis er sich mit dem neuen Schüler Andrej "Tschick" Tschichatschow (Anand Batbileg) anfreundet, mit dem er einen unvergesslichen Sommer erlebt. Die Geschichte zweier Außenseiter ist nicht gerade neu, doch Regisseur Fatih Akin gelingt dennoch eine sympatische Erzählung. Der lockere Roadtrip besitzt im Mittelteil zwar die eine oder andere Länge, kann aber immer wieder einige tolle Momente heraufbeschwören. Zumal die Bilder aus der ländlichen Umgebung Berlins absolut stimmig sind und der Soundtrack überzeugt. Von Deutschrap von K.I.Z und SEEED, bis hin zum niederländischen Pianisten Richard Clayderman ist musikalisch gesehen alles dabei. Die recht konventionelle Story wird überdies von den drei jungen und charismatischen Darstellern getragen. Tristan Göbel, Anand Batbileg und Nicole Mercedes Müller überzeugen, auch wenn den Jungs merklich nicht alles so leicht von der Hand läuft. Dennoch passt die gelegentlich etwas holprige Performance zur Authentizität des Films, aus dem insgesamt ein nettes und unterhaltsames Road-Movie geworden ist.

Wertung: 6/10

Poster: © Studiocanal



Inferno

Kinostart: 13.10.2016 | Länge: 122 Min. | FSK: 12 | Genre: Thriller, Krimi | Regie: Ron Howard | Land: USA

7 Jahre nach "Illuminati" kehrt Tom Hanks als Robert Langdon zurück. Im dritten Teil der Trilogie, die 2006 mit "The Da Vinci Code - Sakrileg" ihren Anfang nahm, muss der renommierte Symbologe die Verbreitung eines Virus verhindern, der die halbe Menschheit auszulöschen droht. Die Verfilmung des Bestsellers von Dan Brown bietet wieder die übliche Schnitzeljagd quer durch Europa, wie man es von den beiden Vorgängern des Verschwörungsthrillers gewohnt ist. Die Handlung entwickelt sich folglich relativ vorhersehbar und da große Überraschungen ausbleiben, ist die Schnitzeljagd erneut nicht allzu spannend geraten. Unverständlich ist zudem wieso man sich für ein verändertes Ende gegenüber dem Buch entschieden hat. Bei der Inszenierung bleibt Howard sich weitestgehend treu, allerdings ist die Wackelkamera und die schnellen Schnitte zu Langdons Visionen in den ersten 15 Minuten doch sehr nervig. Dafür merzt der Regisseur aller drei Teile einen Schwachpunkt der Vorgänger aus: Mit 122 Minuten ist "Inferno" rund eine halbe Stunde kürzer als seine viel zu langen Vorgänger und dadurch deutlich kurzweiliger geraten. Hauptdarsteller Tom Hanks agiert erneut auf einem gewohnt guten Niveau und bekommt mit Darstellern wie Felicity Jones, Omar Sy und Irrfan Khan eine bekannte aber etwas blasse Riege aus Nebendarstellern an seine Seite gestellt. Für alle Fans der erfolgreichen Vorgänger (5,6 bzw. 4,6 Millionen Kinobesucher in Deutschland) ist die gefloppte Fortsetzung (1,5 Millionen Kinobesucher) sicherlich sehenswert, wer sich jedoch bereits bei den beiden soliden Vorgängern (je 6/10) gelangweilt hat, sollte vom mittelmäßigen "Inferno" lieber die Finger lassen.

Wertung: 5/10

Poster: © Sony



Train to Busan

Kinostart: 02.12.2016 | Länge: 118 Min. | FSK: 16 | Genre: Thriller, Action | Regie: Sang-ho Yeon | Land: KR

In seinem Live-Action-Filmdebüt nimmt sich Regisseur Sang-ho Yeon der Zombiethematik an. Der südkoreanische Katastrophenfilm "Train to Busan" feierte auf dem Filmfestival in Cannes 2016 seine Premiere und wurde von Kritikern und Publikum sehr gut aufgenommen. So hat es der südkoreanische Film auch in unsere Kinos geschafft und erzählt dort vom Ausbruch einer Zombie-Epidemie in einem Hochgeschwindigkeitszug. Mittendrin muss ein Vater sein Kind vor der mordlüsternen Zombiehorde bewahren. Die Handlung braucht eine Weile bis sie angelaufen ist, nimmt dann aber rasant an Tempo zu und verläuft nach den üblichen Genre-Schemata. Dabei ist der Großteil der Szenen sehr ruhig geraten und in vielen Momenten ist nicht einmal Filmmusik zu hören. Umso drastischer ist dadurch der Wechsel zu den rasanten Actionszenen geraten, die zudem mit einem spannenden Soundtrack versehen wurden. So treibt "Train to Busan" immer wieder den Adrenalinpegel in die Höhe. Zumal sich die Zombies nicht etwa langsam bewegen, sondern rennen können und darüber hinaus gut sehen und hören. Insgesamt schnürt Sang-ho Yeon ein unterhaltsames Paket, da der Film optisch und erzählerisch durchaus überzeugen kann. Allerdings sind die schauspielerischen Darbietungen bisweilen etwas hölzern und die CGI-Effekte sind stets als solche zu erkennen, was dem Film teilweise einen gewissen B-Movie-Charme verleiht. Für alle die von Zombies noch nicht genug haben, lohnt sich jedoch ein Blick auf das solide und allemal unterhaltsame Werk aus Südkorea.

Wertung: 6/10

Poster: © Splendid



American Honey

Kinostart: 13.10.2016 | Länge: 163 Min. | FSK: 12 | Genre: Drama | Regie: Andrea Arnold | Land: USA, GB

Die Zeiten in denen sich Shia LaBeouf in großen Franchises wie "Transformers" und "Indiana Jones" rumtrieb sind längst vorbei. Inzwischen macht der 30-jährige nur noch durch ungewöhnliche Kunst-Aktionen Schlagzeilen und hat sich als Darsteller kleinen und ernsten Rollen verschrieben. Eine davon ist seine Rolle im Drama "American Honey". Dort spielt er den jungen Magazin-Verkäufer Jake, der zusammen mit seiner Crew auf einem wilden Roadtrip durch den mittleren Westen der USA ist. Unterwegs begegnet er der Jugendlichen Star (Sasha Lane), die nichts mehr zu verlieren hat und sich der Gruppe anschließt. Dabei spielt Shia LaBeouf nicht einmal die Hauptrolle, sondern die Handlung fokussiert sich auf Star, gespielt von der Newcomerin Sasha Lane. Wie die weiteren unbekannten Darsteller sorgt sie für viel Authentizität und überzeugt ebenso wie LaBeouf und die weiteren Darsteller. Das "American Honey" so stark geworden ist und unter anderem den Jury-Preis in Cannes gewann, liegt an der mitreißenden Atmosphäre des Films und den facettenreichen Figuren, mit denen man den Film über eine starke Bindung aufbaut. Die Story ist toll und trägt trotz fehlender Spannung problemlos über die langen 163 Minuten hinweg. Allerdings ist "American Honey" eher für Filmliebhaber geeignet, denn die lange Laufzeit, die unmittelbare Inszenierung und das ungewöhnliche Bildformat 4:3 geben dem Film seinen künstlerischen Touch. Doch Regisseurin Andrea Arnold inszeniert den Roadtrip so raffiniert und authentisch, vor allem die starken Sex-Szenen seien an dieser Stelle erwähnt, dass sie ein faszinierendes Gesamtkunstwerk kreiert. "American Honey" ist sicherlich nicht ohne kleinere Schwächen, doch spätestens die sonnengetränkte Optik und der grandiose Soundtrack, der nahezu problemlos zwischen Country-Balladen und Hip-Hop-Beats wechselt, machen den Film zu einem absoluten Must-See des Kinojahres. Der wilde Roadtrip ist ein Erlebnis und einer der besten Filme des Jahres.

Wertung: 8/10

Poster: © Universal



Willkommen bei den Hartmanns

Kinostart: 03.11.2016 | Länge: 116 Min. | FSK: 12 | Genre: Komödie | Regie: Simon Verhoeven | Land: DE

Eine deutsche Komödie widmet sich der umstrittenen Flüchtlingsproblematik? Nach Totalausfällen wie "Honig im Kopf", Til Schweigers grauenvoller Versuch der Alzheimer-Thematik gerecht zu werden, sowie einem ziemlich schlechten und unlustigen Trailer, musste man wieder einmal schlimmes befürchten. Doch der erfolgreichste deutsche Film des Jahres (3,5 Millionen Kinobesucher) entpuppt sich glücklicherweise als Überraschung. Das Thema wird von Regisseur Simon Verhoeven richtig angepackt, da er "Willkommen bei den Hartmanns" nicht als reine Komödie, sondern auch als Drama angeht. Verhoeven trägt die unterschiedlichsten Stimmen aus der Gesellschaft zusammen, überspitzt diese und sorgt damit für eine heitere Komödie, die nicht davor scheut seinem Publikum etwas mit auf den Weg zu geben. Durch und durch gelungen ist "Willkommen bei den Hartmanns" allerdings nicht. Die Komödie ist vollgestopft mit etlichen Handlungssträngen, von denen einige mehr und andere weniger überzeugen können. Gerade die Drohnenüberwachung von den Männern im Hinterzimmer, die Vermuten der Flüchtling könnte eine Bombe bauen, ist albern und passt nicht zum Rest des Filmes. Denn im Zentrum der Komödie steht die Familie Hartmann und damit auch die einzelnen Probleme der vier Familienmitglieder. Auch hier wäre weniger zwar etwas besser gewesen, die Handlungsstränge werden aber immerhin vernünftig zusammengeführt. Die namhafte Riege der deutschen Schauspieler wird von den beiden starken Senta Berger und Heiner Lauterbach angeführt, die als Familienoberhäupter überzeugen. Die Rollen von Florian David Fitz und Elyas M'Barek fallen ungewohnt klein aus und Palina Rojinski, sowie Uwe Ochsenknecht können nur in wenigen Szenen überzeugen. Insgesamt schnürt Simon Verhoeven mit seiner prominent besetzen Komödie aber ein unterhaltsames und sehenswertes Paket über die Flüchtlingsthematik.

Wertung: 7/10

Poster: © Warner Bros.



Das Morgan Projekt

Kinostart: 01.12.2016 | Länge: 92 Min. | FSK: 16 | Genre: Thriller, Horror | Regie: Luke Scott | Land: USA

"Das Morgan Projekt" ist das Spielfilmdebüt von Luke Scott, dem Sohn von Regie-Legende Ridley Scott, der am Film als Produzent mitwirkt. Ähnlich wie sein Vater vermischt Scott Horror-Elemente mit Sci-Fi-Elementen und versucht daraus einen spannenden Thriller zu machen. Mit "Das Morgan Projekt" gelingt ihm dies allerdings nur bedingt. Dafür verläuft die Geschichte, rund um ein abgelegenes Labor in dem ein künstlich erschaffenes Mädchen aufgezogen wird, viel zu vorhersehbar. Dass das Mädchen gefährlich ist und die Labor-Mitarbeiter attackiert ist ebenso von vorneherein klar, wie die finale Wendung des Films. Das ist äußerst schade, denn thematisch hätte der Film auf jeden Fall Potenzial gehabt. Zumal es Scott gelungen ist einen sehr ansehnlichen Cast für sein Spielfilmdebüt zusammenzustellen. Anya Taylor-Joy, Kate Mara, Rose Leslie, Toby Jones, Boyd Holbrook, Paul Giamatti und Jennifer Jason-Leigh agieren auf einem soliden Niveau, ohne das einer wirklich aus dem Cast herausstechen kann. Ansonsten hüllt Luke Scott seinen Film in kalte und düstere Bilder und verleiht der blutigen Handlung damit die passende Atmosphäre. Diese handwerklich gute Vorstellung ändert jedoch nichts daran, dass die Handlung von "Das Morgan Projekt" viel zu oberflächlich bleibt und den zahlreichen Charaktere nicht genügend Tiefe verleiht. Am Ende kommt der Film von Luke Scott deshalb nur auf eine mittelmäßige Bewertung. 

Wertung: 5/10

Poster: © 20th Century Fox



Office Christmas Party

Kinostart: 08.12.2016 | Länge: 106 Min. | FSK: 12 | Genre: Komödie | Regie: Will Speck, Josh Gordon | Land: USA

Das recht unbekannte Regie-Duo Will Speck und Josh Gordon brachte pünktlich zur Weihnachtszeit 2016 eine Weihnachtskomödie in die Kinos. "Office Christmas Party" orientiert sich allerdings weniger an den altbekannten Genre-Klassikern, sondern vielmehr an Partyfilmen wie "Hangover" und "Project X" und wurde zum DVD-Start in "Dirty Office Party" umbenannt. Retten kann das die Komödie nicht, denn genau wie die anfänglich noch müde und brave Büroparty, kommt der Film nicht wirklich in Schwung. Der Anfang zieht sich ganz schön hin, wenn Speck und Gordon eine etwas abstruse Grundstory etablieren, die spätestens gegen Ende immer absurder, vorhersehbarer und schlichtweg dämlicher wird. Die eigentliche Party rückt viel zu sehr in den Hintergrund, weswegen Fans von exzessiven Filmpartys hier kaum auf ihre Kosten kommen werden. Dazu ist der Humor gewohnt vulgär und kann nur selten zum Schmunzeln anregen, weswegen die 106 Minuten ganz schön lang werden können. Zu Gute halten kann man "Office Christmas Party" lediglich seine gute Besetzung. Jason Bateman, T.J. Miller, Jennifer Aniston, Kate McKinnon, Olivia Munn und viele mehr agieren solide, kommen auf Grund der stereotypen Charaktere jedoch nicht wirklich zur Entfaltung. Alles in allem bietet "Office Christmas Party" viel zu wenig Unterhaltung für eine Partykomödie und ist dementsprechend nicht gelungen.

Wertung: 3/10

Poster: © Constantin Film



Allied - Vertraute Fremde

Kinostart: 22.12.2016 | Länge: 124 Min. | FSK: 12 | Genre: Drama | Regie: Robert Zemeckis | Land: USA

Robert Zemeckis, der legendäre Regisseur von Meisterwerken wie "Zurück in die Zukunft" und "Forrest Gump", vereint für seinen neuen Film "Allied - Vertraute Fremde" die beiden Hollywoodgrößen Brad Pitt und Marion Cotillard. Diese Starbesetzung vor und hinter der Kamera macht den Film eigentlich allein schon sehenswert und dennoch ist es am Ende insbesondere die Story die einen gelungenen Eindruck hinterlässt. Die Grundprämisse zweier sich verliebender Spione mag zunächst zwar etwas an Pitts "Mr. & Mrs. Smith" erinnern, entpuppt sich jedoch schnell als ein ernstzunehmendes Drama, statt einem komödiantischen Actionfilm. Gelungenen ersten 45 Minuten in Casablanca, wo sich Pitt und Cotillard nicht nur verlieben, sondern ebenfalls einen deutschen Botschafter töten, lässt Zemeckis eine ebenfalls sehr gelungene zweite Hälfte in London folgen, bei der man sich nicht sicher sein kann auf welcher Seite Cotillards Charakter steht. Dass die vertrackte Handlung so gut funktioniert, liegt in großen Teilen auch an den beiden Hauptdarstellern. Ein gewohnt starker Brad Pitt und die noch bessere Oscarpreisträgerin Marion Cotillard spielen ihre Rollen herausragend gut und verleihen "Allied" damit eine beachtliche Intensität. Abgerundet wird das ganze durch Zemeckis' routinierte Inszenierung, die in den gelegentlichen Actionszenen ungewohnt blutig und realistisch ausfällt. Die spannende Geschichte und die starken Darsteller machen "Allied" insgesamt zu einem sehenswerten Drama/Thriller, bei dem lediglich der Trailer etwas zu viel vorwegnimmt.

Wertung: 7/10

Poster: © Paramount



Paterson

Kinostart: 17.11.2016 | Länge: 113 Min. | FSK: 0 | Genre: Drama | Regie: Jim Jarmusch | Land: USA

"Paterson" ist das zweite von den Amazon Studios als Original-Produktion auf den Weg gebrachte Projekt. Drehbuchautor und Regisseur ist niemand Geringerer als Independent-Ikone Jim Jarmusch, der sich für seinen neuen Film mit "Star Wars 7"-Bösewicht Adam Driver zusammengeschlossen hat. Driver spielt den Busfahrer Paterson, der in der realen Ortschaft Paterson, New Jersey, lebt. Der Filmtitel ist also Programm. Die Handlung zeigt eine Woche aus dem Leben des Busfahrers, der Tag für Tag kaum von seiner Routine abweicht und ein geheimes dichterisches Talent in sich birgt. Über die 113 Minuten hinweg, passiert zwar so gut wie nichts und die Erzählweise ist sehr ruhig, dennoch entwickelt die Geschichte eine nahezu hypnotische Wirkung. Kleinste Nuancen der Veränderungen in Patersons Leben bieten Raum zur Interpretation und die poetische Atmosphäre vermag zu überzeugen. Die stille, humorvolle und unaufgeregte Inszenierung von Jarmusch ist dabei ebenso gelungen, wie die schauspielerische Leistung von Adam Driver, der mit seiner kauzigen Art hervorragend zu seiner Figur passt. "Paterson" ist definitiv kein Film für jedermann, wen die Vorstellung einem dichtenden Busfahrer über knapp zwei Stunden hinweg bei seiner alltäglichen Routine zuzuschauen nicht abstößt, darf jedoch gerne einen Blick riskieren. Denn "Paterson" ist ein typischer Jim Jarmusch-Film und ein allemal sehenswertes Drama.

Wertung: 7/10

Poster: © Weltkino Filmverleih


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Über mich

Ich heiße Jan, bin 23 Jahre alt und komme aus Baden-Württemberg. Ich bin ein großer Filmfan und leidenschaftlicher Kritiken-Schreiber. Da ich diese Leidenschaft gerne mit euch teilen würde, habe ich am 1. Oktober 2015 diese Filmseite ins Leben gerufen. Neben Kritiken zu aktuellen Filmen und Serien, findet sich auf dieser Seite auch das ein oder andere Special in Form von Listen, Blogs etc. wieder.

Für Anregungen und Kritik bin ich offen und wer Fragen an mich hat erreicht mich per E-Mail oder auf Facebook, Twitter und Moviepilot.